Tagespolitik allgemein

@THX1138

Erdogan ist gerade in der leichten Krise mit dem Uni-Prüfungsskandal...das werden die wenigsten Studenten ihm verzeihen....außerdem ist da die Sache mit dem Monument...ich kann bisher nur von Stimmeneinbrüchen bei der Wahl hoffen....weg ist der längst nicht....aber es sind noch 2 Monate...
 
@THX1138

Immer wenn es irgendwo nen Rechtsruck gibt, (warum hört man eigentlich umgekehrt nie von einem Linksruck?) frage ich mich, wann eine entsprechende Partei in Deutschland auftritt und sich nach oben arbeitet.

Wir haben in Deutschland nunmal andere Verhältnisse, da kann man sich mit einer rechten Partei nunmal nicht auf die gleiche Weise hocharbeiten. Da kommen dann direkt die Medien, der Verfassungsschutz, die etablierten Parteien usw. ... zwischen verfassungsrechtlich postulierter und gelebter Meinungsfreiheit gibt es ebene einen Unterschied. Es ist nunmal so, dass man in Deutschland sehr sensibel reagiert, wenn es um rechte Parteien geht, selbst wenn sich diese klar von den Brownies distanzieren. Vielleicht ist das irgendwann mal möglich, wenn man mit den Jahren immer mehr Distanz zur der Zeit des Nationalsozialismus gewinnt.
 
Wir haben in Deutschland nunmal andere Verhältnisse, da kann man sich mit einer rechten Partei nunmal nicht auf die gleiche Weise hocharbeiten. Da kommen dann direkt die Medien, der Verfassungsschutz, die etablierten Parteien usw. ... zwischen verfassungsrechtlich postulierter und gelebter Meinungsfreiheit gibt es ebene einen Unterschied. Es ist nunmal so, dass man in Deutschland sehr sensibel reagiert, wenn es um rechte Parteien geht, selbst wenn sich diese klar von den Brownies distanzieren. Vielleicht ist das irgendwann mal möglich, wenn man mit den Jahren immer mehr Distanz zur der Zeit des Nationalsozialismus gewinnt.

Persönlich hoffe ich das sich niemals eine Distanz zum Nationalsozialismus, Kommunismus und sonstigen dergleichen Systemen aufbaut.
Mit der Distanz entsteht eine Verklärung solcher Systeme.
Und damit gewinnen sie die Chance wieder zu erstarken.
Und darauf kann ich verzichten.

Ich hoffe auch drauf das sie niemals eine Rechtepartei wirklich hier etablieren wird - selbst die liberalste (im sinen von weltoffen) rechte Partei kommt mit den Prinzipen und Werten auf die dieser Staat gegründet wurde auf keinen gemeinsamen Nenner.

Was die Meinungsfreiheit betrifft... nun ich denke es ist ein unterschied ob man dinge gut begründet vorträgt, oder mit den Ängsten von Menschen spielt und diese für seine politische Ziele schürrt. Selbst in der Franz. Verfassung, nach der Revolution, stand schon das die Meinungsfreiheit dort endet wo sie beleidigend wird und beginnt zu hetzen.
 
Das links - rechts Schema greift viel zu kurz, um Politik erklären zu können. Das sieht man ja schon daran, dass man links- und rechtsaußen manchmal fast nicht voneinander unterscheiden kann.
Da gibt es wesentlich bessere Versuche das politische Spektrum graphisch zu veranschaulichen.

Besser finde ich da z.B. den politischen Kompass, der auf der y-Achse das gesellschaftliche Struktur in "autoritär" und "libertär" und auf der x-Achse die Beziehung Staat-Wirtschaft in "links/kollektivistisch" und "rechts/wirtschaftsliberal" unterscheidet.

Oder das Wertedreieck, das zwischen Liberalismus/Freiheit, Sozialismus/Gleichheit und Konservativismus/Sicherheit unterscheidet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Persönlich hoffe ich das sich niemals eine Distanz zum Nationalsozialismus, Kommunismus und sonstigen dergleichen Systemen aufbaut.

Das ist aber so, mit der Zeit ergibt sich das von alleine. Teilweise braucht es aber nicht mal ein großes Paket an Jahrzehnten, die SED-Nachfolgepartei sitzt immerhin mit je 29 Sitzen in den Landtagen von Sachsen-Anhalt und Brandenburg, die anderen Bundesländer nicht einbezogen. Scheinbar reichten über 40 Jahre Realsozialismus nicht, hm?

Ich hoffe auch drauf das sie niemals eine Rechtepartei wirklich hier etablieren wird - selbst die liberalste (im sinen von weltoffen) rechte Partei kommt mit den Prinzipen und Werten auf die dieser Staat gegründet wurde auf keinen gemeinsamen Nenner.

Konservativismus ist rechts, und auch wenn sich die für diese Zielgruppe geschaffene Partei zuweilen mit ihrem Profil etwas schwertut, kann man sie doch als recht etabliert bezeichnen.

Was die Meinungsfreiheit betrifft... nun ich denke es ist ein unterschied ob man dinge gut begründet vorträgt, oder mit den Ängsten von Menschen spielt und diese für seine politische Ziele schürrt. Selbst in der Franz. Verfassung, nach der Revolution, stand schon das die Meinungsfreiheit dort endet wo sie beleidigend wird und beginnt zu hetzen.

Sollen wir uns jetzt die Franzosen als Vorbild nehmen? Also von einer guten Begründung habe ich bei der Abschlachtung der Royalisten in der Vendee nicht viel gesehen, auch Robespierre ging damit recht lax um; wobei der Macherhalt natürlich als guter und vor allem nachvollziehbarer Grund angesehen werden kann:cool:. Mit Hoffnungen und Ängsten arbeiten übrigens alle Berufspolitiker, irgendwie muss man ja schließlich gewählt werden.
 
Immer wenn es irgendwo nen Rechtsruck gibt, (warum hört man eigentlich umgekehrt nie von einem Linksruck?)

Doch, man sprach schon öfters von einem Linksruck.

frage ich mich, wann eine entsprechende Partei in Deutschland auftritt und sich nach oben arbeitet.

Keine Change.
Sobald eine Partei auch nur den Hauch einer patiotischen Gesinnung zeigt kommt die gewaltige Nazi-Keule und erstickt diese Bewegung im Keim.

Was die Rechtspopulisten im Ausland angeht, so haben sie sich meist, sobald sie in der Regierung waren, als Pragmatiker bewiesen und sind mit dem Strom geschwommen.
Auch nach dem Sieg bzw. dem guten Abschneiden der "Wahren Finnen" ist wohl kaum aus Austreten Finnlands aus der Euro-Zone oder gar der EU zu erwarten.
Auch in Dänemark ist der mit dem Eintreten der Venstre in die Regierung erwartete Unrechtsstaat ausgeblieben.

Interessant finde ich was in Ungarn im Moment passiert.
 
Clyde schrieb:
Ich hoffe auch drauf das sie niemals eine Rechtepartei wirklich hier etablieren wird - selbst die liberalste (im sinen von weltoffen) rechte Partei kommt mit den Prinzipen und Werten auf die dieser Staat gegründet wurde auf keinen gemeinsamen Nenner.

Nun da Die Linke sich mehr oder weniger in der Parteienlandschaft etabliert hat, sehe ich keinen Grund warum man nicht auch eine rechte Partei die selbe Chance haben sollte.
Außerdem muss ich Aurelian Recht geben. Konservativismus bezeichnet sich einfach nicht mehr als rechts, weil der Begriff in Deutschland sehr negativ wirkt.

Clyde schrieb:
Selbst in der Franz. Verfassung, nach der Revolution, stand schon das die Meinungsfreiheit dort endet wo sie beleidigend wird und beginnt zu hetzen.

Halte ich für keine gute Grundlage. In dem Modell könnte ja jeder einfach sagen er wäre beleidigt worden um eine Diskussion zu unterbinden.



@Utopio: Ich möchte ergänzend auf das Hufeisenmodell hinweisen, das simpel nach rechts und links unterscheidet, aber trotzdem die Ähnlichkeit von rechts- und linksextrem berücksichtigt.

Außerdem ist rechts/links auch eine Frage des jeweiligen Systems und der Parteienverteilung des Landes denke ich. In Deutschland als konservativ geltende Meinungen, könnten in Saudi Arabien beispielsweise sehr progressiv sein, einfach weil beide Systeme völlig verschiedene Werte vertreten.



Jedihammer schrieb:
Doch, man sprach schon öfters von einem Linksruck.

Hmm ist mir nicht aufgefallen. Aber vielleicht gibt's auch zur Zeit einfach mehr Rechtsrucke.

Jedihammer schrieb:
Was die Rechtspopulisten im Ausland angeht, so haben sie sich meist, sobald sie in der Regierung waren, als Pragmatiker bewiesen und sind mit dem Strom geschwommen.

Aber war/ist eine von den Parteien denn in einer Alleinregierung oder stärkste Kraft der Koalition? Das würde ja vielleicht einen Unterschied machen.
 
Auch nach dem Sieg bzw. dem guten Abschneiden der "Wahren Finnen" ist wohl kaum aus Austreten Finnlands aus der Euro-Zone oder gar der EU zu erwarten.
Auch in Dänemark ist der mit dem Eintreten der Venstre in die Regierung erwartete Unrechtsstaat ausgeblieben.
Tja allerdings ist es eben so eine Sache mit den Rettungsschirmen, und EU Beschlüssen allgemein da diese eben von allen EU Staaten Ratifiziert werden müssen. Wenn sich Finnland da weigert sieht es was das angeht ziemlich schlecht für den Euro aus. Besonders wenn dann noch ein paar Länder mehr einen solchen Rettungsschirm brauchen.
Griechenland, Irland, Portugal, Spanien wenn da noch mehr Euroländer dazu kommen besteht da durchaus eine Gefahr für den Euro.
 
Tja allerdings ist es eben so eine Sache mit den Rettungsschirmen, und EU Beschlüssen allgeimen da diese eben von allen EU Staaten Ratifiziert werden müssen. Wenn sich Finland da weigert sieht es was das angeht ziemlich schlecht für den Euro aus. Besonders wenn dann noch ein paar Länder mehr einen solchen Rettungsschirm brauchen.
Griechenland, Irland, Portugal, Spanien wenn da noch mehr Euroländer dazu kommen besteht da durchaus eine Gefahr für den Euro.

Dann werden wohl auch ein paar Rettungsschirme nichts mehr ändern.
 
Das ist aber so, mit der Zeit ergibt sich das von alleine. Teilweise braucht es aber nicht mal ein großes Paket an Jahrzehnten, die SED-Nachfolgepartei sitzt immerhin mit je 29 Sitzen in den Landtagen von Sachsen-Anhalt und Brandenburg, die anderen Bundesländer nicht einbezogen. Scheinbar reichten über 40 Jahre Realsozialismus nicht, hm?

Da kann ich dir leider schlecht eine Antwort geben. Ich bin Wessi und habs nicht so mit dem Realsozialismus (oder einer andern politischen Ideologie, dafür mich alle nur sich selbst, aber nie dem Menschen dienen)
Aber evtl gehen 40 Jahre Diktatur wirklich nicht spurlos an einem vorbei. Anders kann ich mir die zuneigung zu extremen und undemokratischen Parteien wie der NPD, im osten, nicht erklären.

Konservativismus ist rechts, und auch wenn sich die für diese Zielgruppe geschaffene Partei zuweilen mit ihrem Profil etwas schwertut, kann man sie doch als recht etabliert bezeichnen.

Ich persönlich bin ehr anderen Dingen zugeneigt als dem Konservativen.
Mit Nationalgefühl, oder dem christentum vermag ich nicht viel an zufangen - ebenso wenig mit einer andern Religion.
Ich bin ein anhänger der demokratie, der freiheit, des humanismus.
Und Konservative, wie alle politischen richtungen, haben das Talent Dinge sehr einseitig zu betrachten und einen hang zur intoleranz was nicht ihrer Meinung entspricht.

Sollen wir uns jetzt die Franzosen als Vorbild nehmen? Also von einer guten Begründung habe ich bei der Abschlachtung der Royalisten in der Vendee nicht viel gesehen, auch Robespierre ging damit recht lax um; wobei der Macherhalt natürlich als guter und vor allem nachvollziehbarer Grund angesehen werden kann:cool:.

Robespierre würde ich nun nicht unbedingt anführen wenn es um die Ziele der Revolution geht, oder um das was in der Verfassung steht.
Robespierre mag sich Hüter der Revolution gesehen haben, und war doch nichts weiter ein Diktator, der wie soviele seine Opfer, seinen Kopf zu recht verlor.
Im übrigen habe ich von der Verfassung geredet, nicht davon was einige Machtgiere extremisten draus gemacht haben.

Mit Hoffnungen und Ängsten arbeiten übrigens alle Berufspolitiker, irgendwie muss man ja schließlich gewählt werden.

Und genau die, die mit Ängsten arbeiten, Angst vor andern Menschen, Angst vor andern Religionen, Angst vor dem und dies, genau die sind die Politiker die ich nicht wähle und niemals wählen werde.
Wenn Angst der Bevölkerung vor andern Menschen und vor Religion, vor dem und dies und alles und jedem ist, die Grundlage der Politik sein sollte - dann wäre es eine überlegung Wert diesem Land endgültig den Rücken zu kehren.
Ich will in keinem Land leben in dem aus Angst, und Panik herraus bestimmt wird welche Politik betrieben wird.
Bei dieser Politik würde es nur unschuldige treffen.
Wie es immer geschieht.

Halte ich für keine gute Grundlage. In dem Modell könnte ja jeder einfach sagen er wäre beleidigt worden um eine Diskussion zu unterbinden.

Die Grundlage steht aber mehr oder weniger so in unserm Grundgesetz und bisher hat sie doch wunderbar funktioniert.
Abgesehen von irgendwelchen Volksverhetzern, Holokaustleugnern und sonstigen scharfmachern, die eh jeglicher Diskussionsgrundlage entbehren haben wir doch in der Regel einen offnen Meinungsaustausch in D.
 
Abgesehen von irgendwelchen Volksverhetzern, Holokaustleugnern und sonstigen scharfmachern, die eh jeglicher Diskussionsgrundlage entbehren haben wir doch in der Regel einen offnen Meinungsaustausch in D.

Was man am Beispiel Sarrazzin eindrucksvoll gesehen hat. In Deutschland genießt man die Vorzüge der Meinungsfreiheit nur solange wie man der Political Correctness huldigt und die Meinung hat welche als allgemeingültige gilt..
 
Zuletzt bearbeitet:
Sarrazin trat erst letztens wieder bei Sat1 auf und war doch auch sonst recht präsent. So zutun als würde er die Vorzüge der Meinungsfreiheit nicht genießen weil er eine andere Meinung vertritt als die allgemeingültige, nein davon kann keine Rede sein.

@Aurelian
Nein, mit Linksruck habe ich nicht von Deutschland gesprochen, man hört diesen Begriff auch im Bezug auf andere Länder.
 
Sarrazin trat erst letztens wieder bei Sat1 auf und war doch auch sonst recht präsent. So zutun als würde er die Vorzüge der Meinungsfreiheit nicht genießen weil er eine andere Meinung vertritt als die allgemeingültige, nein davon kann keine Rede sein.

Du wirst doch nicht leugnen das Sarrazzin Opfer einer beispiellosen medialen Hetzkampagne wurde? Statt einer offenen Diskussion um die Thesen und Lösungen für die von Ihm angesprochenen Probleme zu suchen wurde massiv mit der Nazikeule zugeschlagen und jeder, aber auch wirklich jeder, prügelte auf den Mann ein der es gewagt hatte die Wahrheit zu schreiben..
 
Ich leugne nicht, dass die Nazikeule gezogen wurde. Du sagtest aber, man hätte an Sarrazin gesehen dass man die Vorzüge der Meinungsfreiheit nur bis zu einem gewissen Grad genießen kann. Da Sarrazin aber nicht der Mund verboten wurde, sondern sein Buch ungehindert verkaufen konnte und sogar weitere mediale Auftritte ist das wohl nicht der Fall. Er hat Kontra gekriegt, die kriegt aber jeder in jedem Thema. Hier war es etwas stärker, weil es nun mal ein sehr sensibles Thema ist aber das hat er sich ja selber zuzuschreiben. Gleichzeitig kann ja wohl nicht bezweifelt werden dass es auch eine Fraktion Pro-Sarrazzin gab, weil er ja total mutig war die "Wahrheit" zuschreiben.
 
Da kann ich dir leider schlecht eine Antwort geben. Ich bin Wessi und habs nicht so mit dem Realsozialismus (oder einer andern politischen Ideologie, dafür mich alle nur sich selbst, aber nie dem Menschen dienen)
Aber evtl gehen 40 Jahre Diktatur wirklich nicht spurlos an einem vorbei. Anders kann ich mir die zuneigung zu extremen und undemokratischen Parteien wie der NPD, im osten, nicht erklären.

Das mag wohl auch daran liegen, dass keine Diktatur nur schlecht, sowie keine Demokratie nur gut ist.


Ich persönlich bin ehr anderen Dingen zugeneigt als dem Konservativen.
Mit Nationalgefühl, oder dem christentum vermag ich nicht viel an zufangen - ebenso wenig mit einer andern Religion.
Ich bin ein anhänger der demokratie, der freiheit, des humanismus.
Und Konservative, wie alle politischen richtungen, haben das Talent Dinge sehr einseitig zu betrachten und einen hang zur intoleranz was nicht ihrer Meinung entspricht.

Amen. Trotzdem haben Konservative, also Rechte, mit diesem Staat und seinen Prinzipien, also seiner Verfassung, arbeiten können. Mir wäre es zumindest neu, wenn die CDU, auch in Zeiten, als sie noch ein schärferes Profil hatte, mit dem Verfassungsschutz aneinandergeriet.


[...]
Im übrigen habe ich von der Verfassung geredet, nicht davon was einige Machtgiere extremisten draus gemacht haben.

Das ist es doch, was am Ende zählt. Im Übrigen gehört es zur Meinungsfreiheit, dass man offen gegen die politischen Gegner agitieren kann, dass man reißerische Reden hält, dass man polemisiert, ja sogar, dass man Swastikas auf Flaggen druckt und schlimmste Verbrechen relativiert, heroisiert usw. All das mag anstößig sein und manchen tief verletzen, aber wer sich wirklich und wahrhaftig an die Meinungsfreiheit hält, und sich nicht auf PC beschränkt, muss und kann das ertragen.


Und genau die, die mit Ängsten arbeiten, Angst vor andern Menschen, Angst vor andern Religionen, Angst vor dem und dies, genau die sind die Politiker die ich nicht wähle und niemals wählen werde.
[...]

Soll man Ängste ignorieren? Wenn ich Angst vor einem Werteverfall habe, angefangen bei den Tischmanieren bis zum Nationalbewusstsein; Angst vor den möglichen Folgen; Angst vor einer Zukunft, die keine ist; Angst, dass das Leben bald eins sein könnte, dass ich nicht führen möchte. Wieso sollte ich diese dann verdrängen, sie sind schließlich real. Es gehört dann zu meinen legitimen Mitteln der politischen Durchsetzung, diese Überzeugung zu verbreiten, sei sie auch verbunden mit Ängsten (aber immer auch mit Hoffnungen). Menschen haben Angst, so wie sie Hoffnungen haben, und das ist vollkommen normal, ebenso wie es normal ist, dass man auf diese eingeht. Die Grünen dämonisieren die Atomindustrie, die Linken die Wohlhabenden, die Liberalen den Sozialstaat und wir Konservative haben sowieso ein angeborenes Misstrauen.
 
Was man am Beispiel Sarrazzin eindrucksvoll gesehen hat. In Deutschland genießt man die Vorzüge der Meinungsfreiheit nur solange wie man der Political Correctness huldigt und die Meinung hat welche als allgemeingültige gilt..

Sarrazin ist unter anderem mit der Wissenschaft kollidiert.
Wer wissenschaftlichen Unsinn erzählt, wird von der Wissenschaft kritisiert werden. Das ist ganz normal.

Sarrazin wollte sich durch den Vorwurf einer Hetzkampagne gegen diese Kritik immunisieren, denn er konnte seine Kritiker sachlich nicht widerlegen. Wer schon mal wissenschaftliche Beiträge durchgelesen hat, weiß dass dies in der Wissenschaft übliche Praxis ist. Professor A veröffentlicht seine Theorie und Professor B stürzt sich darauf und zerreißt sie in der Luft, und umgekehrt. Wer mit der Fachsprache eines Gebiets vertraut ist, entdeckt in der wissenschaftlichen Literatur regelrechte Kleinkriege zwischen verschiedenen Wissenschaftlern. Dieser Prozess ist Teil der wissenschaftlichen Selbstkontrolle, sonst könnte man ja jeden Mist als Wahrheit verkaufen.

Wer das nicht möchte, soll halt eine fiktive Geschichte erzählen, einen Roman schreiben, Anekdoten wie man von Ausländern verprügelt wurde. Wer aber angebliche Fakten veröffentlicht, muss auf wissenschaftliche Genauigkeit achten. Und das hat Sarrazin nicht (ich habe hier bereits einen entsprechenden Link über statistische Fehler gepostet)
 
Clyde schrieb:
Die Grundlage steht aber mehr oder weniger so in unserm Grundgesetz und bisher hat sie doch wunderbar funktioniert.
Abgesehen von irgendwelchen Volksverhetzern, Holokaustleugnern und sonstigen scharfmachern, die eh jeglicher Diskussionsgrundlage entbehren haben wir doch in der Regel einen offnen Meinungsaustausch in D.

Ein Beispiel wären die iranischen, holocaustleugnerischen und antisemitischen Karikaturen die als Antwort auf die Muhammad-Karikaturen gezeichnet und soweit ich weiß nicht in Deutschland publiziert wurden. Das ist auf der einen Seite bestimmt kein großer Verlust gewesen, andererseits denke ich hätten sie hier veröffentlicht werden müssen wenn man der Maxime folgt, dass gleiches Recht für alle gilt.
 
Da ich nen extrem langen und harten Tag hatte, und um 8 schon wieder auf der Matte erscheinen muss verzeiht mir wenn ich nicht auf alles eingehe was ihr geschrieben habt.
Das kommt - hoffe ich, und wenns meine zeit lässt - im laufe des Tages.

ich möchte nur kurz was zu dir sagen Aurelian und der "legimität" mit den Ängsten der Menschen zu spielen...

Zum einen sind diese Ängste nur dort weil sie geschaffen werden von gewissen subjekten die sich gern profilieren möchten.
Zum andern sollte man Ängste nicht heraufbeschwören die nicht vorhanden oder Grundlos sind
ich sehe immer noch einen unterschied zwischen den Gefahren der Atomkraft und dem Fremden der hier um Asyl bittet weil in seinem Land, eine Regierung an der Macht ist anders denkende Mordet und verfolgt.
Ein Politiker der Angst heraufbeschwört, ist in meinen augen nicht wert gewählt zu werden.

Denn die Sorte Politiker von der ich spreche geht nicht auf die Ängste der Menschen ein, er beschwört sie herrauf, nutzt sie für seine persönliche Profilierung.
Er nutzt die Angst, die unwissenheit der Menschen vor dem Fremden, und darauf baut er auf.

Ein Politiker kann entweder mit Argumenten überzeugen oder nicht.
Ein Politiker der nur Angst schürren, sie verbreiten kann, ist für mich einfach nicht wählens Wert.

Ich hab kein Problem damit wenn ein Politiker die Dinge beim Namen nennt, aber er muss sie, wie Utopio schon im falle Sarazzin sagte, begründen können.
Und diese Sorte Mensch und Politiker, zu der Sarazzin durchausgehört, zu der das ganze rechtsradikale gesocks gehört, die können das eben nicht.
Weil es nichts zu begründen gibt auser ihrer Phopie vor dem Fremden...

Und was die Wertevorstellung und vorallem die Umsetzung der Konservativen betrifft - so geb ich keinen cent darauf was aus dieser Ecke kommt...
Kohl hat sein Ehrenwort gegeben die Spender (in meinen augen - schmiergeldgeber) der Union nicht zu verraten.
Koch hat auf jugendlichen rumgehackt um seine Wahl zu gewinnen
Merkel macht händel mit jeder lobby die ihr über den Weg läuft...

Werte sind nicht abhängig von Spenden oder der Stärke der Lobby...
Würden die Konservativen nur mal den christlichen Werten folgen die sie propagieren...
dann hätten sie durchaus ein Recht sich auf die christlich-abendländliche Tradition von Europa zu berufen...

Aber diese falschen 50ziger, dennen diese Werte, und die Moral die sie selbst beschwören, bejubeln, am hintern vorbei geht, sollen einfach die Klappe halten und mir nicht jeden Tag im TV und in den Nachrichten vorbeten vor wem ich Angst zu haben habe und vor wem nicht.
Sie haben micht nicht vorzubeten welcher Weg der Richtige ist, wenn sie sich selbst nicht dran halten.

Politik fürs Volk?
Politik fürs Volk macht die Konservative Ecke schon ewig nicht mehr.
das mag unter Adenauer und Gerhard andersgewesen sein...
Aber das ist nicht mehr der Fall...
Mir können sie gestohlen bleiben...

Ich bin ein selbstständigdenkender Mensch, und ich erlebe jeden Tag die Auswirkungen der Politik dieses Landes hautnah mit...
Ich brauch keine Ideologie, und keine Religion um zu wissen was richtig oder falsch ist...
und wer es braucht, denn kann ich nur bedauern...
 
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